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Präreflexive Subjektivität im Diskurs. Ein Studientag mit Manfred Frank

Datum: Montag, 02 März 2015 - Montag, 02 März 2015
Ort: Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz
Veranstalter: Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz / Institut für Philosophie / Univ.-Ass. MMMag. Klaus Viertbauer


Beschreibung

Wir alle sagen zu uns „ich“. Wie lässt sich diese Bezugnahme auf „mich“ denken, wenn ich „ich“ sage? Seit Beginn der Neuzeit ist der Stellenwert des Ich und die Aufhellung seiner Verfasstheit eines der maßgebenden Themen – bis heute. In der Nachfolge Kants, im frühen Idealismus und in der Romantik war diese Fragestellung wie nie zuvor zentral.
Manfred Frank ist einer der herausragenden Vertreter in diesem Themenfeld. Mit seinen Bemühungen um eine Theorie der Subjektivität ist er ein versierter und gesuchter Gesprächspartner für unterschiedlichste Strömungen gegenwärtigen Philosophierens. Im Zentrum seiner Aufmerksamkeit steht die Voraussetzung für eine reflexive Bezugnahme auf „mich“: präreflexives Selbstbewusstsein. Es bildet den Gegenstand des Studientages. In vier Vorträgen wird das Thema aus der Perspektive Kants, Fichtes, Hegels, Schleiermachers und Kierkegaards anvisiert. In einem Abendvortrag wird die systematische Relevanz ermittelt.

Der Studientag wird begleitet und durch einen Gastvortrag von Prof. Dr. DDr.h.c. Manfred Frank abgerundet. Manfred Frank wurde 1945 in Wuppertal geboren. Er studierte Philosophie und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Zu seinen akademischen Lehrern zählten u.a. Dieter Henrich, Hans-Georg Gadamer, Karl Löwith, Ernst Tugendhat oder Wilhelm Weischedel. Im Jahr 1971 wurde er mit einer Arbeit über Ludwig Tieck promoviert. In der Zeit zwischen 1971 und 1977 hatte Frank eine Stelle als Universitätsassistent bei dem bekannten Germanisten Herbert Anton in Düsseldorf inne. Es folgte 1977 die Habilitation mit der bei Suhrkamp aufgelegten Schrift „Das individuelle Allgemeine – Textstrukturierung und -interpretation nach Schleiermacher“. In den Jahren zwischen 1982 und 1987 bekleidete Frank einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Genf und wechselte danach an die Eberhard Karls Universität nach Tübingen, wo er bis zu seiner Emeritierung 2010 als Professor für Philosophie wirkte. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktorate wurden ihm zuerkannt. Mehrere Rufe an höchst renommierte Universitäten, wie etwa Jena, Bielefeld oder Davis in Kalifornien lehnte er ab. Manfred Frank zählt heute in kritischer Nachfolge von Dieter Henrich als der Vertreter der sogenannten „Heidelberger Schule“. Für die Fassung des Subjektbegriffs in Form präreflexiven Selbstbewusstseins sprach sich Frank seit seiner Doktorarbeit über Tieck aus. Dies wusste er auch in etlichen, vielbeachteten Publikationen an Texten von Autoren des deutschen Idealismus und der Romantik zu verdeutlichten. Darüber hinaus sucht Frank massiv das Gespräch mit gegenwärtigen Positionen der analytischen und poststrukturalistischen Philosophie. Professor Frank ist Autor von 26 Büchern, die in 17 Sprachen übersetzt wurden. Seine jüngste Veröffentlichung „Präreflexives Selbstbewusstsein“ erscheint im Frühjahr bei Philipp Reclam.

Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz
Institut für Philosophie / ThF,
Fachbereich für Philosophie / IKP
Vorstand: Univ.-Prof. Dr. Michael Hofer


Verantwortlicher Ansprechpartner:
Univ.-Ass. MMMag. Klaus Viertbauer
Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz
Institut für Philosophie
Bethlehemstraße 20
4020 Linz, Österreich
Tel. +43 / (0)732 / 78 42 93 – 4147
Fax. +43 / (0)732 / 78 42 93 – 4155
E-Mail: k.viertbauer@ktu-linz.ac.at