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Wer hat das Sagen in Sachen Religion? Deutungsmachtkonflikte in und um Religion (Tagung des GRK Deutungsmacht. Religion und belief systems in Deutungsmachtkonflikten)

Datum: Donnerstag, 16 Oktober 2014 - Samstag, 18 Oktober 2014
Ort: Rostock, Kloster zum Heiligen Kreuz und Universität
Veranstalter: Prof. Dr. Philipp Stoellger (Sprecher des GRK Deutungsmacht), Univ. Rostock


Beschreibung

 Warum Deutungsmacht?

Jeder hätte sie gern, viele kämpfen darum, manche haben sie und alle sprechen davon – aber keiner kann genau sagen, was das eigentlich ist: Deutungsmacht. Wie entsteht, funktioniert und vergeht sie, exemplarisch im Kontext von Religion und vergleichbaren belief systems? Anhand signifikanter Deutungsmachtkonflikte sollen Konstellationen von Deutung und Macht in Geschichte und Gegenwart untersucht werden, um zu klären: Was für eine Form von Macht ist Deutungsmacht? Warum und wie erweisen sich Deutungen als »mächtig«, wann und warum werden sie anerkannt oder nicht? Ausgehend von der Hypothese, dass Deutungsmacht sich in Deutungskonflikten manifestiert, widmet sich die Tagung den zu unterscheidenden Geltungsansprüchen, die im Streit verschiedener Deutungen um Macht und Anerkennung konfliktiv werden.

Thesen und Fragen zur Tagung:

1. Wer hat ›das Sagen‹ in Sachen Religion? So zu fragen heißt, nach Deutungsmacht(ansprüchen) zu fragen. Ob diese von Seiten der Religion erhoben werden oder ›von außen‹, ob sie personaler, institutioneller oder struktureller Art sind, ist zu differenzieren.

2. »Wer ›hat‹ das Sagen in Sachen Religion« oder »wer hat ›wirklich‹ etwas zu sagen«? So zu fragen, heißt zu unterscheiden zwischen dem Anspruch ›das Sagen‹ zu haben (etwa qua Amt oder Institution) und einem (gegenläufigen?) Sagen, dessen Anspruch ratifiziert wird (von wem?). Klassisch wäre an die Differenz von Amt und Charisma zu erinnern.

Für beide Formen des Anspruchs ist die Form der ›Macht‹ zu klären: der Deutungsmacht, wenn ›das Sagen‹ Anerkennung, Geltung oder Anschluss sucht. Der ›Grund‹ solcher Macht ist eigens zu klären.

Deutungsmachtansprüche in Sachen Religion sind intrinsisch und extrinsisch konfliktiv – und unvermeidbar. Man ist in sie ›verstrickt‹, ohne gewählt oder gewollt zu haben. Daher steht Deutung von Religion (von innen wie außen) in der Verantwortung, sich zur Machtfrage selbstkritisch zu verhalten.

Teilnahme nur mit schriftlicher Anmeldung und Bestätigung: philipp.stoellger@uni-rostock.de