Unterwerfung der Welt? Probleme europäischer Globalgeschichte 1415-2015

Datum: Montag, 09 April 2018 - Freitag, 13 April 2018
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin
Veranstalter: Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Reinhard (Freiburg); Prof. Dr. Hans Joas (HU Berlin) ; Katholische Akademie in Berlin


Beschreibung

Meisterkurs mit dem Historiker Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Reinhard (Freiburg)


Der Meister: Geboren 1937, Studium der Geschichte, Anglistik und Geographie, 1963 Promotion in Freiburg, Schuldienst, 1966-73 Forschungsstipendiat in Rom und Freiburg, 1973 Habilitation in Freiburg, 1977-90 Professor für neuere (ab 1986 auch: außereuropäische) Geschichte in Augsburg, 1990-2002 in Freiburg, 2005-10 Fellow am Max-WeberKolleg Erfurt, 2001 Historikerpreis, 2012 Dr. h. c. Konstanz, Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der British Academy.
 
Veröffentlichungen: Geschichte der Staatsgewalt, München 1999; Lebensformen Europas. Eine historische Kulturanthropologie, München 2002; Paul V. Borghese 1605-1621. Mikropolitische Papstgeschichte, Stuttgart 2009; Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion 1415-2015, München 2016.
 
Das Thema: Voraussetzung für die Teilnahme ist die Lektüre des Buches Die Unterwerfung der Welt, wenn möglich ergänzt um die kürzeren Texte Geschichte des modernen Staates, München 2007 und Staatsmacht und Staatskredit, Heidelberg 2017. Auf dieser Grundlage sollen thematisch und chronologisch sortiert die wesentlichen Probleme der Globalgeschichte der europäischen Expansion diskutiert werden: zunächst die Grundsatzfrage, warum Europa so folgenreich expandieren konnte, dann der frühneuzeitliche Handelskapitalismus des Indischen Ozeans mit dem amerikanischen Silber und seinen Ausläufern bis ins 19. Jahrhundert. Anschließend soll es vergleichend um die Eroberung der Kolonien in Lateinamerika, Indien und Afrika zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert gehen, um den Widerstand der Einheimischen und um Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft der dort errichteten Herrschaften. Dann wird die Perspektive auf die europäische Siedlung in Nord- und Latein-Amerika, in Russland, in Afrika und auf der Südhalbkugel gerichtet, einschließlich Völkermord an Einheimischen bzw. deren Ausbeutung, insbesondere durch Sklaverei und den Menschenhandel mit Afrikanern. Weiter kommen die sogenannten „Halbkolonien" Japan und China einerseits, Iran und das Osmanische Reich andererseits und die unterschiedlichen Folgen ihrer Emanzipationsgeschichte zur Sprache. Zum Schluss wird die kulturelle und religiöse Interaktion mit der heutigen „Weltkultur" als Ergebnis behandelt, einschließlich der Entwicklung von Erinnerungskultur und Geschichtsschreibung.

 
Der Meisterkurs wird begleitet von:  Prof. Dr. Hans Joas, geboren 1948; 1987-90 Professor für Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg; 1990-2002 Professor für Soziologie und Nordamerikastudien an der FU Berlin; 2002-2011 Max-Weber-Professor und Leiter des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt; 2011-2014 Permanent Fellow des Freiburg Institute for Advanced Studies; seit 2014 Ernst-TroeltschHonorarprofessor an der HU Berlin; seit 2000 außerdem Professor für Soziologie und Mitglied des Committee on Social Thought der University of Chicago; Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; Ehrendoktor der Universitäten Tübingen und Uppsala.
 
Teilnahme: Eingeladen sind akademische Nachwuchskräfte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften einschließlich Philosophie und Theologie. Ein ausgezeichneter Studienabschluss und ein laufendes Promotions- oder Habilitationsprojekt sind in der Regel Voraussetzung für die Teilnahme. Die Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen Berührungspunkte zum Thema des Meisterkurses aufweisen und während des Kurses präsentiert und zur Diskussion gestellt werden. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf 20 begrenzt.
 
Voraussichtlicher Programmablauf Tägliche Arbeitszeiten von 9:00 bis 12:30 Uhr und 14:30 bis 17:30 Uhr. Die Vormittage sind der Arbeit am Thema des Meisterkurses gewidmet. Die Nachmittage dienen der Vorstellung und Diskussion der wissenschaftlichen Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. An einem Abend der Woche findet ein Akademieabend als öffentliche Veranstaltung zum Thema statt.
 
Kosten: Teilnahmebeitrag (einschl. Unterkunft und Verpflegung) 120,- Euro. Auf begründeten Antrag ist eine Ermäßigung des Teilnahmebeitrags möglich.  Reisekosten innerhalb Deutschlands werden übernommen.
 
Bewerbungen richten Sie bitte mit Angabe Ihrer Studienfächer, Ihrem Abschlusszeugnis, einem kurzen Lebenslauf und einer Kurzbeschreibung Ihres wissenschaftlichen Projekts (möglichst in einer pdf-Datei) an Mechthild Bock, bockmecx@hu-berlin.de
 
Bewerbungsfrist: 30. Juli 2017