Ehre. Interdisziplinäre Zugänge zu einem prekären Phänomen

Datum: Freitag, 19 Mai 2017 - Samstag, 20 Mai 2017
Ort: Theologische Fakultät der Universität Zürich, Kirchgasse 9, 8001 Zürich 2. Stock, Raum 200
Veranstalter: Institut für Sozialethik / Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie, Universität Zürich
Weitere Informationen: http://www.theologie.uzh.ch/de/faecher/systematisch/Tagungen-und-Veranstaltungen/Ehre.-Interdisziplin%C3%A4re-Zug%C3%A4nge-zu-einem-prek%C3%A4ren-Ph%C3%A4nomen,-Tagung.html


Beschreibung

Der Status der Ehre in unserer Gesellschaft ist prekär. Vielen gilt sie als patriarchales und gewaltproduktives Relikt einer hierarchischen Gesellschaftsordnung, als inkompatibel mit einer demokratischen, auf der gleichen Achtung jedes Einzelnen beruhenden Gesinnung. Die Anerkennung unter Gleichen hat dem Respekt für die Angehörigen bestimmter Stände, Ämter oder Berufe den Rang abgelaufen, zumindest in ethischer Hinsicht. Heisst das, dass der Ehrbegriff jene universalisierende Transformation nicht geschafft hat, die dem Würdebegriff seinen Aufstieg zu einem ethisch-rechtlichen Zentralbegriff ermöglicht hat? Ist Ehre nur noch ein Randphänomen, das z.B. im Sport als Ideal der sportsmanship, in der Wissenschaft in der Praxis von Festschriften, bei Klagen zu Ehrverletzungen im Internet oder bei „Ehrenmorden“ in Erscheinung tritt? In den letzten Jahren sind vor allem in den USA zahlreiche wissenschaftliche Publikationen erschienen, die bestreiten, dass der Ehre in der Moderne der Abschied gegeben wurde und dass ein solcher Abschied überhaupt möglich und wünschbar ist. Sie plädieren dafür, wenigstens bestimmten Formen der Ehre eine höhere Aufmerksamkeit zu schenken, weil ihnen eine zentrale soziale und moralische Bedeutung zukomme. Die internationale Tagung möchte diesen Impuls aufnehmen und in ethischer, theologisch-anthropologischer und philosophischer Hinsicht kritisch weiterreflektieren. Es referieren namhafte Wissenschaftler aus Theologie, Philosophie, Islamwissenschaft, Jurisprudenz und Politikwissenschaft.

 

Flyer zur Veranstaltung