Mit Gott auf der Flucht. Die Religion in der Klassischen deutschen Philosophie. 19. Tagung des Internationalen Netzwerks Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus

Datum: Mittwoch, 23. März 2022 - Freitag, 25. März 2022
Ort: Augustana-Hochschule Neuendettelsau | Forum Religionsphilosophie Waldstr. 11 | 91564 Neuendettelsau
Veranstalter: Augustana-Hochschule Neuendettelsau | Forum Religionsphilosophie | Prof. Dr. F. Barniske | Prof. Dr. Ch. Asmuth


Beschreibung

Kaum ein Thema hat die Gemüter in der klassischen deutschen Philosophie so sehr bewegt wie die Religion. Hinter die erschütternden Erkenntnisse des ›Alleszermalmers‹ aus Königsberg, Kant, so das bekannte Epitheton Mendelssohns, führte für Fichte, Schleiermacher, Schelling und Hegel kein Weg zurück. Also traten die großen und ganz großen Denker der ›idealistischen‹ Epoche auf getrennten und doch vielfach parallel verlaufenden Pfaden die Flucht nach vorne an, um der Religion weiterhin einen Platz auf der Landkarte des Geistes zu sichern.Die alte Gleichung von Religion und Gottesgedanke ging nicht mehr auf. Stattdessen musste ebenso dem Bewusstsein vom Göttlichen eine mehr oder weniger ausgezeichnete Stellung eingeräumt werden, sollte das Kind ›Religion‹ nicht vollends mit dem Bade ausgeschüttet werden.

Fichte suchte das Göttliche auf dem Feld der Sittlichkeit, was ihm bekanntermaßen den Vorwurf des Atheismus bescherte. Schleiermacher erstieg als Redner über die Religion das (literarische) Podium, um das Gefühl als eigentlichen Ort des Gottesbewusstseins zu postulieren. Der jugendlich-genialische Schelling suchte das Absolute in der Natur und Kunst, bevor er dessen Offenbarung in den Mythologien des Christentums ausmachte. Und Hegel trat angesichts der Gefahr für das Wissen um die absolute Religion entschlossen die ›Flucht in den Begriff‹ an, wobei ihm Zufluchtsort und verlorene Heimat nicht immer gleichrangig erschienen.

Die großen Systementwürfe des Idealismus drehen sich in immer neuen Varianten um die Religion und entwickelten dabei eine enorme Wirkung, die zu einem lebhaften Weiterdenken, zu vielfältigen Transformationen, weitreichenden Assimilationen und heftigen Rejektionen führte. Darin wurzelt bis heute ihre Bedeutung für alle akademischen FäFächer, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Phänomen des religiösen Menschen zuwenden wie Religionsphilosophie, Theologie, Soziologie oder die Kulturwissenschaften.

Die Tagung erkundet die Topologie des Nachdenkens über die Religion in der Klassischen deutschen Philosophie in seiner ganzen Bandbreite. Ebenso steht die Rezeption der ›idealistischen‹ Religionstheorien im 20. und 21. Jahrhundert auf dem Programm. Grundsätzlich aber bestimmen – wie bei den vergangenen Tagungen – die Vorschläge der Beiträger*innen die Ausrichtung des Programms.

Die Tagung wird an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau stattfinden, die Aufenthalt und Verpflegung unterstützt. An oberster Stelle steht bei der Hochschule und den Organisatoren die Gesundheit der Teilnehmer*innen. Sollte es Einschränkungen der Teilnehmer*innenzahl geben, sollte es zu Restriktionen bei der Unterbringung kommen oder gar nochmals ein Lockdown verhängt werden, behalten wir uns vor, die Tagung abzusagen, die Teilnehmer*innenzahl zu reduzieren usw. Wir bitten – was zur Zeit ja selbstverständlich ist –, diese Umstände bei einer möglichen Reiseplanung und -buchung zu berücksichtigen.

Interessent*innen werden gebeten, bis 15. Dezember 2021 einen Vortragstitel nebst einigen aussagekräftigen Zeilen zu ihrem Vortragsvorhaben an die unten angegebene Email-Adresse zu senden. Die Vorträge sollten die Länge von 30 Minuten nicht überschreiten.

Informationen, Nachfragen, Themenvorschläge etc. bitte an: Religionsphilosophie2021@a-fortiori.de