Religionsphilosophischer Meisterkurs in München: „Gott denken: Ein Versuch über rationale Theologie“, unter der Leitung von Prof. Dr. Holm Tetens (FU Berlin)

Leitung: Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ / Dr. des. Ludwig Jaskolla (Hochschule für Philosophie)

Termin: 24. bis 26. Februar 2015

Ort: Katholische Akademie in Bayern, Mandlstraße 23, 80802 München

Bewerbung bis einschließlich: 1. Dezember 2014

Nähere Information: http://tinyurl.com/oe8366d

Dem Kurs liegt das Buch „Gott denken. Ein Versuch über rationale Theologie“ von Holm Tetens zugrunde, das vermutlich Ende 2014 oder Anfang 2015 bei Reclam in der Reihe „Was bedeutet das alles?“ erscheinen wird. Die Publikation, beschränkt durch strenge Umfangsauflagen für die Reihe „Was bedeutet das alles?“, enthält nur eine ausführlichere Skizze einer komplexen Argumentation mit der Konklusion, dass es im Vergleich mit dem heute vorherrschenden non-theistischen Naturalismus keineswegs unvernünftiger ist, in seinem Leben auf Gott und seine Heilszusage zu hoffen. Ausgehend von diesem Text als einer Art Basisüberlegung bietet es sich an, bestimmte Aspekte der angesprochenen Thematik vertieft in vier Seminarsitzungen zu diskutieren:

  1. Gott als Vernunftwesen oder Philosophische Theologie als induktive Metaphysik: Hier sollten die metaphilosophischen und argumentationstheoretischen Aspekte nicht zuletzt mit Blick auf deduktive und induktive Argumente (Beweise) für das Dasein Gottes diskutiert werden.
  2. Gott als unendlicher Geist oder Philosophische Theologie als Philosophie des Geistes: Hier sollte diskutiert werden, wie sich das Körper-Geist-Problem darstellt vor dem Hintergrund der fundamentalen Unterscheidung zwischen Gott als einem unendlichen Ich-Subjekt und den Menschen als endlichen Ich-Subjekten.
  3. Gott als Naturgesetzgeber oder Philosophische Theologie als transzendentale Philosophie der Wissenschaften: Hier sollte diskutiert werden, inwiefern aus der Annahme, dass die Welt von Gott geschaffen ist, einerseits eine Fülle von Eigenschaften und Inhalten unserer naturwissenschaftlichen Theorien transzendental begründet werden kann und andererseits diese transzendentale Begründung unserer Theorien, die normalerweise eher anti-realistisch aufgefasst werden, gerade über die theistische Annahme mit einem vernünftigen Realismus versöhnt werden kann.
  4. Gott als Erlöser oder Philosophische Theologie als Existenzphilosophie: Hier sollte diskutiert werden, inwiefern innerhalb einer rationalen Theologie eine bestimmte Version der Sündenlehre, die Sünde als einen strukturellen Defekt unseres Daseins als endliche Ich-Subjekte in Kategorien der Philosophie des Geistes und der Existenzphilosophie begreift, und davon ausgehend Grundzüge einer rationalen Eschatologie begründet werden können.

Im Rahmen des Meisterkurses findet ein öffentlicher Abendvortrag am Mittwoch, 25. Februar 2015, um 19:00 mit dem Titel „Ist der Gott der Philosophen ein Erlösergott?“ statt.