Call for Papers an PhD-Studierende und Early Post-Docs: Die „Dekonstruktion des Christentums“ als Herausforderung für Theologie, Philosophie und Gesellschaft – Interdisziplinäre Studientagung zu und mit Jean-Luc Nancy, 10.-11. Juli 2015, Zürich

Call for Papers an PhD-Studierende und Early Post-Docs
Die „Dekonstruktion des Christentums“ als Herausforderung für Theologie,
Philosophie und Gesellschaft

Interdisziplinäre Studientagung zu und mit Jean-Luc Nancy
10. und 11. Juli 2015, Collegium Helveticum, Zürich


Das Ringen um die Verortung des Phänomens der Religion in pluralistischen Gesellschaften zeigt sich auf praktischer Ebene jeden Tag neu im Spiegel politischer, juristischer und kultureller Debatten. Auf theoretischer Ebene lässt sich diese Orientierungssuche insbesondere anhand der Annahme oder Ablehnung der These der „Rückkehr der Religion“ beobachten.
Die Tagung widmet sich dieser nach wie vor unabgeschlossenen Problemstellung aus der
Perspektive der Philosophie Jean-Luc Nancys, die sich in diesem Horizont als so innovativ wie widerständig erweist: Einerseits steht die Frage nach der Bedeutung von Religion und insbesondere des Christentums in der Gegenwart im Mittelpunkt seiner Überlegungen, andererseits stellt er sich jedoch gerade nicht in die Tradition einer neuen Legitimation oder Delegitimation von Religion, sondern fragt über derartige Dualismen hinaus: „Es geht nicht
darum, die Religion wieder auferstehen zu lassen […]. Sondern es geht darum, die bloße Vernunft auf die Unbegrenztheit hin zu öffnen, die ihre Wahrheit ausmacht.“ Religionsphilosophisch, theologisch und kulturhermeneutisch provokativ vertritt Nancy die Annahme, dass die scheinbare historische Überwindung von Religion in westlichen Gesellschaften ein wesentliches Indiz für die unauflösbare Verbindung von westlichuniversalistischer
Kultur und christlicher Religion darstellt. Das Christentum als Religion fällt für ihn so gleichsam mit der Selbst-Dekonstruktion von Religion zusammen ohne das „Wesen“ des Christentums dabei in Frage zu stellen, sondern dieses vielmehr gerade erst zu sich zu bringen.

Ziel der Tagung ist eine Annäherung an die Kernthemen des Werks von Jean-Luc Nancy in Auseinandersetzung mit und im Bezug auf das Phänomen der Religion und ihre gegenwärtige Stellung und Wahrnehmung in der Gesellschaft. Der Vielschichtigkeit der Überlegungen Nancys entsprechend will die Tagung sich den Kernthemen seines Werks im interdisziplinären Dialog annähern und so einen komplementären und präzisen Blick auf seine Philosophie ermöglichen. Der Call for Papers richtet sich aus diesem Grund an Beitragende aus allen Disziplinen. Wir freuen uns sehr über Jean-Luc Nancys Zusage, die gesamte Nachwuchstagung aktiv zu begleiten und zudem einen öffentlichen Abendvortrag unter dem Titel „Weder Theo noch Logie“ zu halten.

Um Zusendung von Abstracts (500-1000 Wörter) wird gebeten bis 15. März 2015 an:
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Zuschüsse für Reisekosten und Unterkunft werden angestrebt, können derzeit aber noch nicht garantiert werden.

Michael Braunschweig / Ethik-Zentrum / Theologisches Seminar / Universität Zürich
Anita Horn / Ethik-Zentrum / Philosophisches Seminar / Universität Zürich
Friederike Rass / Collegium Helveticum / Theologisches Seminar / Universität Zürich/ETH

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