Preisfrage: Ansteckende (Un-)Gewißheiten? Religionsphilosophische Reflexionen in Zeiten der Pandemie

Deutsche Gesellschaft für Religionsphilosophie (DGR) e.V.

Religionen versprechen Orientierung und Gewissheit. Das gilt nicht nur in guten Tagen, sondern auch in schweren Zeiten. Eingespielte Routinen und Selbstverständlichkeiten, auf die wir uns im Alltag wie in der politischen Ordnung gemeinsamen Lebens verlassen, werden brüchig, die Zukunft ungewiss, die Krise erreicht früher oder später alle.

Pandemien sind eigenförmige wie eigenwillige Zeiten der Unsicherheit. Keiner kann ihren Verlauf präzise bestimmen, schon gar nicht ihr Ende vorhersagen. Wie die Ansteckungsgefahren bleiben auch die Sorgen mancher Zeitgenossen im Diffusen und Vagen, manche bestreiten sogar das Offenkundige. Das Mitsein mit anderen (Heidegger), das inter homines esse (Arendt), die Orte der Begegnung werden selbst zu Herden der Gefährdung; soziale Gemeinschaften bieten nur noch begrenzt Halt und erzeugen neue Verunsicherungen.

Daher stellen sich grundsätzliche Fragen. Welche Gewissheit brauchen wir und wieviel Ungewissheit gilt es auszuhalten? Was wird aus dem Sinn fürs Gemeinsame in der Isolation? Können auch Gewissheiten ansteckend sein? Welche kreativen Potentiale bewähren sich im Risiko? Was leisten religiöse Orientierungen in Zeiten der Verunsicherung? Kann Religion zwischen Wissensgesellschaft und politischer Öffentlichkeit eine produktive Rolle spielen?

Solche Fragen fordern heraus, über Gewissheit und Ungewissheit in Lebensführung, sozialen Handlungszusammenhängen und in der Praxis der Religionen nachzudenken. Die Deutsche Gesellschaft für Religionsphilosophie schreibt einen Preis für Studien und Essays insbesondere jüngerer Religionsphilosoph*innen und Nachwuchs­wissen­schaftler*innen aus und lädt auch Student*innen zur Beteiligung ein. Gesucht sind Bearbeitungen der religionsphilosophischen Frage nach Gewissheit und Ungewissheit mit innovativen Perspektiven und zeitdiagnostischer Kraft.

Die Beiträge sollen nicht mehr als 20 Seiten (insgesamt ca. 40.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) lang und bis zum 1. Mai 2021 (Poststempel oder digital) beim Vorstand der DGR (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder: Universität Hamburg, Institut für Systematische Theologie, Gorch-Fock-Wall 7, #6, 20354 Hamburg) eingegangen sein. Die Jury besteht aus dem Vorstand und einem weiteren Mitglied der DGR. Die oder der Erstplatzierte erhält neben dem Preisgeld von 1.500 € die Möglichkeit, die Arbeit in einem Sonderheft der Zeitschrift „Theologische Rundschau“ zu veröffentlichen, in dem es weitere Beiträge zum Thema geben wird. Für den zweiten Platz loben wir 1.000 € und für einen dritten Platz 500 € aus. Die Preise werden auf der Jahrestagung der DGR öffentlich vergeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Für den Vorstand: Prof. Dr. Michael Moxter (Vorsitzender)

 

Hier finden Sie die Preisfrage als PDF-Dokument.