Tagungsreihe „Du sollst nicht lügen.“ - Zur Hermeneutik der Rede vom Postfaktischen

Bonner Institut für Hermeneutik und Institut für Evangelische Theologie Köln
in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie

Mai 2017 - Mai 2018

Universität Bonn, Großer Senatssaal, Am Hof 1, 53113 Bonn.

Call for Participation: Nachwuchswissenschaftler*innen aus Theologie, Philosophie und Politikwissenschaften

Die aktuelle Salonfähigkeit der Lüge mit ihren Begleitphänomenen der Verzerrung, Täuschung, Unaufrichtigkeit und Schönfärberei bedarf der interdisziplinären Reflexion: (1) Sie birgt eine gesellschaftspolitische Erosionskraft, die demokratische und urteilsbildende Prozesse be- droht. (2) Der mit ihr verbundenen Rede vom Postfaktischen eignet eine gefährliche schein- bare Legitimationsfunktion, getrieben von unreflektierter Kritik an konstruktivistischen, sym- bol- und zeichentheoretischen und performativen Theorien. (3) Allerdings darf die Reflexion nicht in einer bloß moralischen Kritik enden, sondern muss nach den Gründen für solch eine Etablierung der Täuschung fragen: Neben direkten Täuschungsversuchen und Verzerrungen in politischer Rede dürfte es ebenso um Sehnsuchtskonstruktionen bzw. -projektionen gehen, die jene Welt schaffen sollen, die man gerne hätte und die sich dank virtueller Kommunikation und Gestaltungskraft zu einem nicht unerheblichen Teil herstellen lässt, so dass der Schritt zu ihrer realpolitischen Umsetzung nahezuliegen scheint.

Teil 1 (19.-20. Mai 2017): Call for Participation: Gemeinsame Relecture klassischer Positionen unter der Frage nach deren aktueller Reichweite: Texte des Alten Testaments sowie Platon, Aristoteles, Sophokles, Macchiavelli, Kant, Nietzsche, Schopenhauer bis zu Jankélévitch, Sartre und Arendt, Derrida und H. G. Frankfurt. Impulsvorträge durch Markus Saur (Theologie/Altes Testament), Jochen Sautermeister (Moraltheologie), Cornelia Richter (Systematische Theolo- gie und Hermeneutik), Ann-Kathrin Armbruster, Katharina Opalka, Matthew Ryan Robinson, PhD (alle Wiss. Nachwuchs am Bonner Institut für Hermeneutik).

Teil 2 (Juli – Dezember 2017): Im Juli 2017 veröffentlichen wir eine Preisfrage zum Thema mit einem Call for Papers für Nachwuchswissenschaftler*innen (Docs, Postdocs, PDs). Die Papers werden von einer Jury beurteilt. Für die ersten drei Plätze wird ein Preisgeld ausgelobt.

Teil 3: Mai 2018: Internationale Konferenz mit Prämierung und Präsentation der 3 besten Papers und Vorträge international renommierter Expert*innen.

Anmeldung: Prof. Dr. Cornelia Richter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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