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Das Imaginäre der Gemeinschaft: Religionsphilosophische Perspektiven nach Josiah Royce und John Dewey. 15. Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie Akademietagung, 24.-26. Februar 2022

Bewerbungsfrist: 10.12.2021

William James hat den Begriff Pragmatismus als „neuen Namen für alte Wege des Denkens“ in die Philosophie eingeführt. Seitdem steht diese philosophische Richtung für den Versuch, den Widerstreit unterschiedlicher Denkhaltungen und intellektueller Autoritäten mit Blick auf mögliche gemeinsame Erfahrungen und kooperative Handlungsformen zu überwinden. Für John Dewey repräsentieren die Spannungen zwischen wissenschaftlicher Methode und religiöser Erfahrung, demokratischer Selbstbestimmung und traditionellen Autoritätsmächten Grundkonflikte der Moderne, die er mit seiner pragmatistischen Religionstheorie vermitteln möchte. Josiah Royce versucht diese Konflikte zu überwinden mit Hilfe eines weiten und differenzierten Begriffs von Gemeinschaft, der religiöse Gemeinden ebenso einschließt wie die Forschungsgemeinschaft experimenteller Wissenschaft und Formen gesellschaftlicher und staatsbürgerlicher Solidarität.
Unter dem Titel „Das Imaginäre der Gemeinschaft: Religionsphilosophische Perspektiven nach Josiah Royce und John Dewey“ lädt das 15. Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie dazu ein, der religionspolitischen Funktion von Konzepten wie „Gemeinschaft“ oder „Tugenden“ als Ausdrucksformen geteilter tiefster Überzeugungen nachzudenken, die sich dem Dualismus religiös/säkular entziehen und nach einer Verhältnisbestimmung verlangen.
Prof. Dr. Annette Langner-Pitschmann (Frankfurt/M.) und Prof. James F. Conant (University of Chicago) stellen im öffentlichen Teil des Kolloquiums ihre Thesen zur Aktualität von Deweys und Royces Religionsphilosophie vor und diskutieren diese in einem anschließenden Podiumsgespräch.


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Manuskripte und Vortragsskizzen können Sie bis zum 10. Dezember 2021 per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden. Eingereichte Skizzen sollten nicht länger als 5000 Zeichen und in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Schicken Sie bitte außerdem einen kurzen CV.
In einer freien Sektion können Sie eigene Projekte vorstellen, die nicht ins oben skizzierte Themengebiet fallen. Auch Manuskripte für diese Sektion sollten 5000 Zeichen nicht überschreiten. Für jeden angenommenen Beitrag zum Thema werden 45 Minuten des Kolloquiums reserviert; die Vorträge sollten einen Umfang von 20 Minuten nicht überschreiten. In der freien Sektion sind pro Beitragenden 20 Minuten vorgesehen (10 Minuten Vortrag / 10 Minuten Diskussion).
Das „Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie“ wird in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie und der Katholischen Akademie in Berlin durchgeführt. Es will Nachwuchsforscherinnen aus den Geistes,- Sozial- und Kulturwissenschaften, insbesondere aus Philosophie und Theologie, versammeln, die ein Interesse an Religionsphilosophie haben. Ziel ist der offene und interdisziplinäre Austausch jenseits der Spielregeln akademischer Karriereplanung, ernsthaft und intellektuell ambitioniert in der Sache und auf dem Stand der akademischen Forschung. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Katholischen Akademie Berlin: www.katholische-akademie-berlin.de
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hier finden Sie die Homepage des Kolloquiums.

 




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Münchner Kolloquium für Religionsphilosophie 2021. Religionskritik in der Gegenwart

Bewerbungsfrist: 26.09.2021

Das Münchner Kolloquium für Religionsphilosophie versteht sich als Forum für Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktorand*innen und Post-Docs) diverser Disziplinen und Schulen, die an religionsphilosophischen Themen arbeiten. Es bietet einen Raum, um eigene Ideen und Projekte vorzustellen und in einer offenen Atmosphäre zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Das Verhältnis von Philosophie und Religion ist nicht immer harmonisch – seit ihren Anfängen gehört Religionskritik zu den Aufgaben der Philosophie. Auch in der Gegenwart stellen sich hier diverse Fragen: Wo bieten neue Erkenntnisse in der philosophischen und wissenschaftlichen Forschung Gelegenheit zur Entwicklung neuer religionskritischer Argumente oder zur Revision klassischer Positionen? Wie sind historische Argumente der Religionskritik aus der Sicht heutiger Forschung zu bewerten? Ist Religionskritik an einen theistischen Religionsbegriff geknüpft? Welche Funktion hat die Religionskritik in einer modernen philosophischen Forschung, welche Rolle spielt sie in politischen und gesellschaftlichen Kontexten? Sollte Religionskritik destruktiv sein (mit dem Ziel der Überwindung religiösen Glaubens) oder konstruktiv (mit dem Ziel der Weiterentwicklung religiösen Glaubens)? Wie ist Religionskritik mit Toleranz und Respekt gegenüber religiösen Identitäten vereinbar? Welche ethischen Prinzipien sollten die kritische Auseinandersetzung mit Religion leiten?

Das diesjährige Kolloquium (19./20.11.2021, LMU München) möchte Beiträge versammeln, die versuchen, mit methodischer und begrifflicher Klarheit Fragen aus dem Themengebiet philosophischer Religionskritik zu diskutieren.

Wir laden alle interessierten Personen dazu ein, bis zum 26.09.2021 Abstracts für geeignete Beiträge einzureichen. Die Länge der Abstracts sollte 500 Wörter nicht überschreiten. Für jeden Beitrag stehen 50 Minuten zur Verfügung, von denen ca. die Hälfte für Diskussionen vorgesehen sein sollte. Bitte senden Sie Ihr Abstract als pdf/doc/rtf/odt an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Veranstaltung ist aktuell (unter Vorbehalt) als Präsenzveranstaltung geplant. Es stehen in begrenztem Umfang Mittel zur Unterstützung bei Reise- und Unterkunftskosten zur Verfügung.




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The Search For Moral Common Ground. 21-23 March 2022, Utrecht, The Netherlands

Bewerbungsfrist: 01.10.2021

From 21 to 23 March 2022, the Moral Compass Project of the Protestant Theological University, The Netherlands, organises the conference The Search For Moral Common Ground. In this conference we explore the possibility of a shared moral compass in a climate in which constructive debates about morality seem to be rare: on the one hand, positions are highly polarized. On the other hand, there seems to be a significant relativistic tendency.

Can we still have meaningful conversations about matters of morality? Is there a shared moral language between representatives of opposing positions? Is there a shared ‘moral compass’ that could guide conversations about morality? If we do find each other in shared ideas about matters of morality, is this only on an abstract level, such as an abstract idea of human rights? Or is it only on a practical level, such as the consensus about the need for accessible health care or freedom of speech? Or on all of these levels? How do we balance our search for a shared moral framework while taking into consideration the particularity of people’s moral frameworks? What are the role and importance of religion and theological reflection in these matters?

Confirmed keynote speakers are Michael Banner (UK), Gabriël van den Brink (NL), Jennifer Herdt (USA), Sabine Roeser (NL), Rebekka Klein (GE) and Nicholas Adams (UK).

The Call for Papers is now open. More information about the conference (and application) can be found here.




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Theologie angesichts des Digitalen. Öffentliche Nachwuchstagung zu den theologischen Herausforderungen durch Digitalität und Digitalisierung (22./23.09.2022)

Bewerbungsfrist: 30.09.2021

Während die Digitalisierung gegenwärtig zu dem Megathema unserer Zeit (über)erhoben wird, findet es zwar in der Praktischen Theologie sowie in der Theologischen Ethik Beachtung, kaum jedoch in der Dogmatik. Andere Wissenschaften sind um einiges aktiver: die Philosophie, die Soziologie und andere Disziplinen erkennen die massiven gesellschaftlichen, anthropologischen, kulturellen und zum Teil religiösen Transformationen durch die Digitalisierung (unter dem Stichwort Digitalität) und reagieren zunehmend darauf. Die Dogmatik aber scheint zu schweigen, und wartet – wie so oft? Ein Schweigen kann bewusst die eigene Verwiesenheit und schlechthinige Abhängigkeit von einem außerhalb ihres selbst liegenden Erschließungsereignisses sein – oder einfach die eigene Sprachunfähigkeit vermitteln. Wenn aber religiöse, abergläubische oder synkretistische Vorstellungen den Menschen heute in Film, Literatur und zum Teil wissenschaftlicher Technikforschung begegnen, darf man sich wundern, warum die Systematische Theologie kaum etwas, oder oft nur Ablehnendes, zu diesen Visionen zu sagen hat. Gerade weil es Visionen und Prophezeiungen vom augmentierten Menschen, von autonomen und stark-intelligenten Wesen sind, die das menschliche Leben angeblich gänzlich verwandeln werden, darf man sich fragen, warum die Theologie heute so völlig visions- und prophezeiungsarm ist. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass TheologInnen nach wie vor versuchen, die “Phänomene mit den Worten der alten Welt zu beschreiben, und [dabei] spüren, dass [sie] damit scheitern“ (Haberer 2015, 8). Die ihrem Wesen nach zurecht rückwärtsgewandte Theologie – wie auch die anaphorische Dimension des Glaubens (Dalferth) – versagt vielleicht darin, eine visionäre Sprache und Systematik zu entwickeln.
Die Dogmatik hat zur Aufgabe – ausgehend vom sich selbst erschließenden und das menschliche Sein neu lozierenden Ereignis (Offenbarung) –, die Situation des christlichen Daseins in der Welt kritisch zu evaluieren, um Orientierungslinien zu ziehen. Dabei ist der Rückgriff auf ihr eigenes Ursprungsereignis (Christusbekenntnis) zwar unabdingbar, bedarf aber der Reflexion von Theologie, um die gerade heute sich rapide transformierende Lebenswirklichkeit adäquat zu erfassen. Sonst spricht der Glaube an der Welt vorbei oder wird in ihr stumm. Ohne wahres Verständnis der Lebenswirklichkeit auf der einen Seite und ohne den Bezug auf die eigenen Bedingungen der Möglichkeit von Theologie überhaupt scheint das Gestaltungspotential des christlichen Glaubens in unserer Gesellschaft kraftlos.
Vielleicht aber fehlt auch der Mut, die Symbole und Bilder der Welt theologisch so zu reflektieren und zu transformieren, dass aus ihnen jene Symbole des Glaubens werden. Man nehme z.B. die herausfordernde Frage nach dem augmentierten menschlichen Leib: Wenn es zunehmend möglich wird, unsere Leibsynthese durch künstliche Teile zu ergänzen oder zu ersetzten, rücken für viele Menschen heute die theologischen Fragen nach der Schöpfung, nach dem Auferstehungsleib, nach unserer Identität und nach dem (ewigen/sinnvollen) Leben direkt in ihren Lebenshorizont. Hier versprechen die (falschen) Propheten jene Inhalte christlicher Symbolik, mit denen die früheren Zeitalter dauerhaft bestimmt waren: Neuschöpfung, Auferstehung, usw. Schon allein also auf der symbolischen Ebene gäbe es die Möglichkeit einer kritischen Kommensurabilität: Was ist christlich an den heutigen Vorstellungen und zum Teil Wirklichkeiten der Technikentwicklung? Eine Ablehnung digitaler Transformation oder der quasireligiösen Symbole sollte nicht zu schnell riskiert werden; ihr fehlt nämlich ein christlicher Gegenentwurf, sie vermag es nicht, oder nur negativ, auf die sich vollziehenden Transformationen mit einer originären Vision Einfluss zu nehmen. Die Verwerfung ermangelt der christlichen Verantwortung für die Zukunftsgestaltung. Aber eine Kritik darf nicht ausbleiben; denn sie bietet die Ausgangsbasis für eine theologische Positionierung angesichts des Digitalen. Die folgenden Fragen markieren solche Horizonte, die von einer gestaltungswilligen und verantwortungsbewussten Systematischen Theologie zu bearbeiten wären:
1) Künstlich-intelligente Wesen umgeben unseren Alltag bereits jetzt und werden in Zukunft komplexer und ‚autonomer‘ – Wie ist ihr Status coram Deo zu verstehen? Müssen wir über die Sünde und Erlösung solcher Entitäten ernsthaft nachdenken? Wie gestalten sie unsere Beziehung zu Gott? Welche Stellung nehmen Sie in, oder bezüglich der Schöpfung ein? Was kann Theologie ethisch zur Funktion und zum Ziel solcher Wesen beitragen?
2) Die technische Augmentierungen unserer Leibsynthese nimmt zu – Was bedeutet das für unsere Identität, und welche Relevanz würde eine technisch-transformierte Identität auf das Symbol unserer Auferstehung haben? Gibt es eine Grenze von Künstlichkeit für das Selbst, das glaubende Selbst? Wieviel sinnvolles (wahres) Leben steckt in Künstlichkeit? Wie erkennt sich der Mensch noch als Geschöpf, wenn alle zu Schöpfungen werden? Transformiert das Digitale auch unsere Erkenntnis/Denken vom Menschen?
3) Das Leben teilt sich bereits heute wesentlich in zwei Bereich auf: Realität und Virtualität (Cyberspace) – Wie kann sich die glaubende Existenz im Virtuellen gestalten? Wieviel Kirche, Sakramente, Glauben ist digital-vermittelt möglich, sinnvoll, christlich? Ist der christliche Glaube selbst – oder das Reich Gottes – virtuell-immersiv? Gibt es eine christliche Vision des Internets, eine Eschatologie des Virtuellen? Erschließt sich Gott digital? Von welchem Ort aus sind Urteile über Virtuelles-Reales möglich?
4) Zuletzt kann die Reflexion auf die Theologie selbst bezogen werden: Wenn Digitalität heute maßgeblich unsere Lebenswirklichkeit in Beschlag nimmt, welche Auswirkungen hat das auf die Art und Weise, Theologie zu treiben (Spadaro 2014)? Ist die Theologie vielleicht schon selbst digital transformiert und diskursiv präformiert, ohne sich dessen bewusst zu sein?
Das sind beispielhafte Fragen, die erst am Anfang einer zukunftsgestaltenden Theologie stehen. Manche Szenarien werden zwar nicht eintreten, andere wiederum so, wie wir es noch nicht vorzeichnen können. Es kann nicht darum gehen, konkrete Technik theologisch zu evaluieren, sondern Strukturen und Prozesse zu erkennen, die theologisch relevant sind und nach einer neuen theologischen Hermeneutik verlangen.
Obgleich dieser Themenkomplex vornehmlich eine systematisch-theologische Problemstellung beinhaltet, sind alle theologischen Disziplinen gefragt, einen Beitrag zu leisten. Die nachwuchswissenschaftliche Tagung soll sich diesem gesamten Problemfeld aus Digitalität, Digitalisierung und deren Herausforderungen für die Theologie selbst stellen. Ausdrücklich sind junge WissenschaftlerInnen aufgerufen, ihre bereits begonnenen oder aufgrund dieser Anregungen inspirierten Projekte vorzustellen. Wir wollen klären, inwieweit die heutigen Fragen aus der alten Welt zu beantworten sind; inwiefern die Antworten im hermeneutischen Zirkel zwischen theologischen Einsichten und originären Visionen von digital natives stehen. Das Thema soll überwiegend durch TheologInnen reflektiert und erschlossen werden. Gerne begrüßen wir aber auch PhilosophInnen und andere angelehnte WissenschaftlerInnen mit theologischer Affinität.
Wir rechnen mit 8 Vorträgen (30 min) in einem Tagungszeitraum von 2 Tagen (Beginn 15:00).
Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung werden finanziert und bereitgestellt. Fest geplant ist eine Veröffentlichung der Ergebnisse in einem Tagungsband. Wir werden an der Goethe-Universität Frankfurt tagen.


Bitte sendet uns bei Interesse folgende Informationen bis zum September 2021 zu:
- Einige Sätze zur Biographie (100 Wörter)
- Eine thematische Zusammenfassung des Vortrages (400 Wörter)
- Max. 5 Schlüsselwörter eures Projektes

Verantwortlich: Dr. Roman Winter; Prof. Dr. Lukas Ohly

An:
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Weitere Infos:
https://www.uni-frankfurt.de/96468939/DigiTheo

Hier finden Sie den Text des CfP als PDF.

 




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Preisfrage 2020-2022. Was ist Wahrheit unter den Bedingungen der Digitalisierung? Eine erkenntnistheoretische Frage im Gespräch mit Hermeneutik, Religionsphilosophie und soziokultureller Phänomenologie

Bewerbungsfrist: 31.12.2021

Preisfrage 2020-2022
Was ist Wahrheit unter den Bedingungen der Digitalisierung?
Eine erkenntnistheoretische Frage im Gespräch mit Hermeneutik,
Religionsphilosophie und soziokultureller Phänomenologie

 Preisgeld: Platz 1: € 1000,- und Plätze 2 und 3: je € 500,-
Teilnahmeberechtigt sind Nachwuchswissenschaftler*innen aller Disziplinen
Jury aus Theologie, Philosophie, Politische Wissenschaft: Kurt Appel, Martín Grassi,
Volker Kronenberg, Cornelia Richter, Jochen Sautermeister

Die Wahrheitsfrage ist eine genuin erkenntnistheoretische Frage, für deren Antwort wir ohne Zweifel auf transzendentalphilosophische und logische Einsichten angewiesen sind. Dennoch zeigen die Diskurse spätestens seit der „Dialektik der Aufklärung“ (Horkheimer und Adorno), dass Wahrheit und mit ihr die rationale Verstandes- und Vernunfttätigkeit nie unabhängig von ihrem subjektiven Enactment im Individuum und ihrer soziokulturellen Einbettung zu verstehen sind. Es kommt hinzu, dass die Wahrheitsfrage im Zuge der diversen „turns“ des 20. Jahrhunderts – mindestens lingustic, iconic, symbolic – nicht nur bezüglich ihrer prozessualen Konstitution als relativiert verstanden wird, sondern auch als abhängig von den jeweiligen epistemologischen und phänomenologischen Prämissen, unter denen sie zur Geltung gebracht wird: Sachverhalte können logisch wahr, historisch korrekt, empirisch richtig, intuitiv einleuchtend, emotional unbedingt und/oder letztgültig sinngebend sein, ohne dass sie denselben Wahrheitsbegriff in Anspruch nehmen würden. Die Digitalisierung fügt all dem eine weitere Komplexität hinzu, weil das bis ins 20. Jahrhundert übliche lineare Denken zunehmend mehr als ein Denken in polyvalenten Bildebenen mit unterschiedlicher Tiefendimension erfolgt, die höchst Differentes, ja Gegenläufiges gleichzeitig und gleichwertig gelten lassen können. Die entscheidende Frage dürfte sein: Wie lässt sich der ontologische Charakter der Wahrheit mindestens als regulative Idee festhalten und zugleich die methodische Perspektivität und Situativität von Wahrheit konsequent mitdenken? Wie würden Sie antworten?

Einsendeschluss (mit Anschreiben und Aufsatz): 31.12.2021. Die Aufsätze (max. 40.000 Zeichen mit Leerzeichen) werden in einem anonymisierten Verfahren von einer interdisziplinären Jury bis zum 31.03.2022 beurteilt. Die Prämierung und Präsentation der drei besten Papers erfolgt im Rahmen der Internationalen Konferenz am 11./12.11.2022. Einsendung bitte an: Prof. Dr. Cornelia Richter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hier finden Sie nochmal den Link zur Preisfrage auf der Homepage des Bonner Instituts für Hermeneutik.

Here you find the link to the English version of the CfP.




Verschiedenes

Masterstudiengang Religionsphilosophie / Religion and Science

 

Religionsphilosophie befasst sich aus philosophischer Perspektive mit Phänomenen des religiösen Glaubens. Dabei sucht sie gelebte Religion zu verstehen (historisch-hermeneutische Komponente), denkt diese auf die darin implizierten Möglichkeiten weiter (kreativ-konstruktive Komponente) und beurteilt das so Verstandene und Erdachte im Horizont kritisch urteilender Vernunft (kritisch-rationale Komponente). Die Religionsphilosophie stellt Fragen wie: Was ist Religion? Gibt es Eigenschaften, die allen Religionen gemeinsam sind – lässt sich also von einem ›Wesen‹ der Religion sprechen? Ist Religion eine eigenständige ›Lebensform‹, ein spezifisches ›Sprachspiel‹? Welche Rolle spielt sie in Kultur und Gesellschaft? Wie rational kann religiöser Glaube sein und welche Rolle kommt Emotionen im religiösen Leben zu? Können Glaubende und Nichtglaubende einander verstehen? Was heisst es, Religion zu kritisieren oder zu begründen? Wie verhält sich Religion zu nicht-religiösen Formen des Wissens? Das Masterstudienprogramm führt in Geschichte und aktuelle Diskussionen der Religionsphilosophie ein und befähigt Studierende so zur eigenständigen Bearbeitung religionsphilosophischer Grundfragen. Vor dem Hintergrund religionsphilosophischer Klassiker (wie Hume, Kant oder Nietzsche) werden dabei gegenwärtige (sprach)analytische und hermeneutisch-phänomenologische Zugänge zu religiösen Vollzügen und Inhalten berücksichtigt.

Zulassung
Zulassungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes BA-Studium einer mathematisch-naturwissenschaftlichen, medizinischen, rechtswissenschaftlichen, theologischen, philosophischen oder sonstigen geisteswissenschaftlichen Studienrichtung. BA-Absolventinnen und Absolventen einer wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtung werden unter Auflagen zugelassen. Das Studienprogramm kann in 2 oder 4 Semestern studiert werden. Als Minor (30 ECTS) erfordert es eine Immatrikulation an der Universität Zürich mit einem frei zu wählenden Hauptfach (90 ETCS).

Berufsperspektiven
Mit dem Studienprogramm Religionsphilosophie/ Religion and Science erwerben Absolventinnen und Absolventen eine profilierte Zusatzqualifikation. Durch die erworbenen Kompetenzen in der kritischen Analyse komplexer gedanklicher Zusammenhänge über klassische Disziplingrenzen hinweg sind sie für viele Tätigkeitsfelder im Wissenschafts-, Bildungs-, Kultur- und Medienbereich qualifiziert.

Ansprechpersonen
Prof. Dr. Matthias Wüthrich Tel. 044 634 47 53 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Markus Höfner Tel. 044 634 47 52 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hier finden Sie den Flyer zum Studienprogramm.