Call for Papers

Münchner Kolloquium für Religionsphilosophie. 2020 Tod, Unsterblichkeit und Identität

Bewerbungsfrist: 11.09.2020

LMU München 27./28. November 2020

Das Münchner Kolloquium für Religionsphilosophie versteht sich als Forum für Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktorand*innen und Post-Docs) diverser Disziplinen und Schulen, die an religionsphilosophischen Themen arbeiten. Es bietet einen Raum, um eigene Ideen und Projekte vorzustellen und in einer offenen Atmosphäre zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Vorstellungen von einer Fortsetzung des Lebens nach dem Tod des Menschen gehören nicht nur zum Kernbestand der meisten Religionen, sondern finden sich auch in naturalistischen Weltbildern (wie dem Transhumanismus). Die Idee einer Unsterblichkeit wirft eine Reihe unterschiedlichster philosophischer Fragen auf: Welche Bedeutung hat der Glaube an Unsterblichkeit für religiöse Lebensformen – ist Unsterblichkeit ein essenzieller Bestandteil von Religion oder können Religionen auch eine radikale Endlichkeit des Lebens anerkennen? Was ist das Verhältnis von Unsterblichkeit und Gottesglaube? Gibt es in der Gegenwart noch Argumente für einen rational begründbaren Glauben an Unsterblichkeit? Ist eine vollständig naturalistische Form der Unsterblichkeit (z.B. durch mind-uploading etc.) vorstellbar? Ist es denkbar, die eigene Identität über den physischen Tod hinaus zu bewahren? Kann man sinnvollerweise überhaupt ein Interesse an Unsterblichkeit haben? Das diesjährige Kolloquium möchte Beiträge versammeln, die versuchen, mit methodischer und begrifflicher Klarheit Probleme zu diskutieren, die sich im weitesten Sinne aus der philosophischen Beschäftigung mit Tod und Unsterblichkeit ergeben – gerne auch aus religionskritischen, nicht-westlichen oder posttraditionellen Perspektiven.

Call for Papers

Wir laden alle interessierten Personen dazu ein, bis zum 11.09.2020 Abstracts für geeignete Beiträge einzureichen. Die Länge der Abstracts sollte 500 Wörter nicht überschreiten. Für jeden Beitrag stehen 50 Minuten zur Verfügung, von denen ca. die Hälfte für Diskussionen vorgesehen sein sollte. Bitte senden Sie Ihr Abstract als pdf/doc/rtf/odt an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Veranstaltung ist aktuell (unter Vorbehalt) als Präsenzveranstaltung geplant. Es stehen in begrenztem Umfang Mittel zur Unterstützung bei Reise- und Unterkunftskosten zur Verfügung.




Verschiedenes

Masterstudiengang Religionsphilosophie / Religion and Science

 

Religionsphilosophie befasst sich aus philosophischer Perspektive mit Phänomenen des religiösen Glaubens. Dabei sucht sie gelebte Religion zu verstehen (historisch-hermeneutische Komponente), denkt diese auf die darin implizierten Möglichkeiten weiter (kreativ-konstruktive Komponente) und beurteilt das so Verstandene und Erdachte im Horizont kritisch urteilender Vernunft (kritisch-rationale Komponente). Die Religionsphilosophie stellt Fragen wie: Was ist Religion? Gibt es Eigenschaften, die allen Religionen gemeinsam sind – lässt sich also von einem ›Wesen‹ der Religion sprechen? Ist Religion eine eigenständige ›Lebensform‹, ein spezifisches ›Sprachspiel‹? Welche Rolle spielt sie in Kultur und Gesellschaft? Wie rational kann religiöser Glaube sein und welche Rolle kommt Emotionen im religiösen Leben zu? Können Glaubende und Nichtglaubende einander verstehen? Was heisst es, Religion zu kritisieren oder zu begründen? Wie verhält sich Religion zu nicht-religiösen Formen des Wissens? Das Masterstudienprogramm führt in Geschichte und aktuelle Diskussionen der Religionsphilosophie ein und befähigt Studierende so zur eigenständigen Bearbeitung religionsphilosophischer Grundfragen. Vor dem Hintergrund religionsphilosophischer Klassiker (wie Hume, Kant oder Nietzsche) werden dabei gegenwärtige (sprach)analytische und hermeneutisch-phänomenologische Zugänge zu religiösen Vollzügen und Inhalten berücksichtigt.

Zulassung
Zulassungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes BA-Studium einer mathematisch-naturwissenschaftlichen, medizinischen, rechtswissenschaftlichen, theologischen, philosophischen oder sonstigen geisteswissenschaftlichen Studienrichtung. BA-Absolventinnen und Absolventen einer wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtung werden unter Auflagen zugelassen. Das Studienprogramm kann in 2 oder 4 Semestern studiert werden. Als Minor (30 ECTS) erfordert es eine Immatrikulation an der Universität Zürich mit einem frei zu wählenden Hauptfach (90 ETCS).

Berufsperspektiven
Mit dem Studienprogramm Religionsphilosophie/ Religion and Science erwerben Absolventinnen und Absolventen eine profilierte Zusatzqualifikation. Durch die erworbenen Kompetenzen in der kritischen Analyse komplexer gedanklicher Zusammenhänge über klassische Disziplingrenzen hinweg sind sie für viele Tätigkeitsfelder im Wissenschafts-, Bildungs-, Kultur- und Medienbereich qualifiziert.

Ansprechpersonen
Prof. Dr. Matthias Wüthrich Tel. 044 634 47 53 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Markus Höfner Tel. 044 634 47 52 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hier finden Sie den Flyer zum Studienprogramm.